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Höhepunkte des Edit-Kongresses waren die Auftritte von Johannes
Heesters zusammen mit Lebensgefährtin Simone Rethel
und der Oscarpreisträger Roland Emmerich und Volker
Engel.
Heesters war wegen des Operetten-Films "Die Fledermaus"
gekommen, der gerade aufwendig restauriert wird und in dem der 98-jährige
Schauspieler in der Hauptrolle zu sehen ist.
Die Friedrich-Murnau-Stiftung ist Lizenzinhaber des 1944
in der Endphase des Krieges in Prag zu Ende gedrehten Streifens
von Regisseur Geza von Bolvary. Zusammen mit dem Lizenznehmer, der
ARD-Verwertungsgesellschaft Degeto und dem Produktionshaus
und Nachbearbeitungsspezialisten bibo tv aus Bad Homburg,
hat sich die Wiesbadener Stiftung entschieden, den sogenannten Überläuferfilm
- er wurde noch unter den Nationalsozialisten gedreht, aber erst
nach Kriegsende fertig geschnitten und dann in die Kinos gebracht
- für weitere TV- und möglicherweise sogar Kinoaufführungen
digital aufzupeppen. Auch an eine DVD-Verwertung ist gedacht, Anfang
2002 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Degeto-Geschäftsführer Hans-Wolfgang Jurgan berichtete
während der Edit, dass der nach wie vor in der ARD-Programmverwertung
befindliche Film mit der Zeit u.a. wegen falscher Lagerung stark
gelitten hat. Die ursprünglichen Farben waren weitgehend verloren,
der Film sei stark rotstichig und auch der Ton lasse zu wünschen
übrig. Weil "die Fledermaus" noch das eine oder andere
Mal im Fernsehen gezeigt werden soll, anderseits in dieser Qualität
dem Zuschauer heute nicht mehr zumutbar sei, habe man sich letztendlich
für die, wenn auch teure, Restaurierung entschieden.
Der glückliche Umstand, dass im Bundesarchiv/Filmarchiv in
Berlin noch eine zweite Kopie mit russichen Untertiteln zum Vorschein
kam, die ursprünglich im Bestand des einstigen staatlichen
Filmarchivs der DDR war und bei der die Farbqualität noch akzeptabel
gewesen sei, habe es möglich gemacht, nunmehr ein besseres
digitales Master zu fertigen. Der Prozess ist aufwendig, beispielsweise
müssen die russischen Untertitel manuell Frame by Frame wegretuschiert
werden, was laut Werner Bibo etwa 10 - 15 Minuten pro Frame dauert.
Um aus den beiden Kopien eine Fassung mit möglichst ursprünglichem
Charakter herzustellen, setzt Bibo ein selbst entwickeltes Verfahren
ein.
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